Edward J. Snowden erhält Whistleblower-Preis 2013

Dank Edward J. Snowden bekam die Weltöffentlichkeit Einblicke in die Überwachungs- und  Spionagetätigkeiten unserer Geheimdienste, von denen wir alle jederzeit und ohne konkreten Verdacht betroffen sein können. Snowdens Alarmierung der Öffentlichkeit nehmen die Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW), der IALANA (International Association of Lawyers Against Nuclear Arms) und die Antikorruptionsorganisation Transparency International (TID) zum Anlass, Edward J. Snowden den Whistleblower Preis 2013 im Rahmen einer Festveranstaltung am 30.08.2013 in Berlin zu verleihen. Auf der Veranstaltung werden zu Edward Snowdens Ehren, dringliche Probleme erörtert werden, die sich aus seinem Whistleblowing ergeben.

Im Mittelpunkt des Festvortrags von Prof. Dr. Josef Foschepoth geht es unter der Überschrift „Überwachungsstaat Bundesrepublik Deutschland? – Historische Grundlagen und notwendige Konsequenzen“ um die weiten Handlungsräume für die Geheimdienste in Deutschland sowie die Fragen, wie es dazu kommen konnte und wie dies geändert werden kann.

CC-BY-NC Lucas WirlCC-BY-NC Lucas Wirl

Mit der Ehrung möchten die preisverleihenden Organisationen zugleich ihrer Forderung an die Bundesregierung Nachdruck verleihen, dem bedrängten US-Bürger Snowden einen sicheren Aufenthaltsort in Deutschland anzubieten – aus Überzeugung und aus Dankbarkeit.

Die Preisverleihung in der Akademie der Wissenschaften war eine Preisverleihung, durch die sich Abwesenheit als Thema zog. Snowden konnte natürlich aus offenkundigen Gründen nicht erscheinen, um die Auszeichnung entgegen zu nehmen. Er ist in Moskau, sein Schicksal ungewiss. Symbolisch hatten die Preisverleiher einen leeren Stuhl neben das Rednerpult gestellt, einen Metallstuhl mit schwarzem Polster, der genauso aussieht wie die restlichen Stühle im Leibnizsaal der Akademie. Ebenfalls abwesend war der der britische Journalist Glenn Greenwald, der Snowdens Informationen erstmalig für die Öffentlichkeit aufbereitete. Er sandte seine Grüße per Videobotschaft aus Brasilien in den Festsaal.

Für die vielen, die nicht an der Preisverleihung teilnehmen konnten hier zum Downloaden:

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Rainer Thiem

Rainer Thiem
Rainer Thiem studierte Volkswirtschaft an der TU Berlin, deren Pressesprecher er in den Achtzigerjahren war. 1994 wechselte er in die freie Wirtschaft und war als Vorstand in Medienunternehmen tätig. Heute ist Rainer Thiem selbständiger PR- und Marketingberater.